Chor gründen

Der Chor und das Finanzamt

One for the money... Will jemand einen Chor gründen, stehen die Finanzämter dem Kulturbetrieb grundsätzlich wohlwollend gegenüber und helfen gerne bei allen Fragen rund um das Thema Steuern weiter. Holen die sich die Broschüren rund um das Thema Steuertipps für gemeinnützige Vereine" sowie die Broschüren rund um das Thema "Vereinsgründung" bei ihrem zuständigen Finanzamt bzw. dem Justitzministerium.

 

München (gf) - Ist die Rechtsform des Chores geklärt und das begehrte Siegel "Gemeinnützig" vom Finanzamt erteilt, kann ein Chor deutlich einfacher Fördergelder erhalten. Darüber hinaus kann der Chor von steuerlichen Vergünstigungen profitieren.

Konkret gibt es vier Bereiche, in denen ggf. 

Körperschafts-, Umsatz-, oder Gewerbesteuer

anfallen. 

 

 

I. Ideeller Bereich

 

Einnahmen Ausgaben Körperschaftssteuer Umsatzsteuer Gewerbesteuer

Mitgliedsbeiträge, Spenden, Sponsoring, Schenkungen, öffentliche Zuschüsse, Unentgeltliche Veranstaltungen

Kosten für Verwaltung und Geschäftsführung, Mitgliederdienste, Beiträge für Verbände

Nein Nein Nein

 

II. Vermögensverwaltung

 

Einnahmen Ausgaben Körperschaftssteuer Umsatzsteuer Gewerbesteuer
Zinsen, langfristige Vermietungen, Verpachtungen, Einnahmen von Verkäufen von Grund oder Immobilien  Bankgebühren, Grundstückskosten Nein 7% Nein

 

III. Zweckbetrieb & Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb (steuerbegünstigt)

 

Einnahmen Ausgaben Körperschaftssteuer Umsatzsteuer Gewerbesteuer
Kurs & Unterrichtsgebühr, Startgeler, Eintritt, kulturelle Veranstaltungen. Unterricht, Veranstaltungen, Dirigenten, Probenleiter, Notenmaterial Nein 7% Nein

 

IV. Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

 

Einnahmen Ausgaben Körperschaftssteuer Umsatzsteuer Gewerbesteuer
Kurzfristige Miet- und Werbeeinnahmen, Sponsoring Wareneinkäufe, Druckkosten, Werbung Ja 19% Ja

 

 

bei der Berechnung einer Chorveranstaltung gibt es einige Fallen. Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten beispielsweise. Immer wieder ein Thema: 7% oder 19 %? Das kommt auf den Charakter der Veranstaltung an. Wie ist der Pausenverkauf zu versteuern? Kann der Chor ein gemeinnütziger Verein sein? Wer sich mit diesen Fragen einmal befasst hat, kann sich in Ruhe auf den künstlerischen Teil konzentrieren und erlebt keine bösen Überraschungen. Eine interessante Homepage mit Tipps rund um Veranstaltungen finden Sie hier.

 

Ausländersteuer

Ein Thema, bei dem gefährliches Halbwissen kursiert ist die Besteuerung von ausländischen Künstlern. Hält sich ein Künstler zeitlich begrenzt in der Bundesrepublik auf, so unterliegt er der Einkommenssteuerpflicht, wenn ein Einkommen (Gage) erzielt wird. Es greifen die §49, sowie §50 EStG, der beschränkten Steuerpflicht. Somit wird ein ein ausländischer Künstler, der hier in Deutschland auftritt ein Posten, der in finanzieller Hinsicht gründlich berechnet werden muß.

Stichwort Doppelsteuerabkommen

Um eine doppelte Besteuerung eines Künstlers in seinem Herkunftsland und dem Land des Auftritts zu vermeiden hat die Bundesrepublik Deutschland mit anderen Ländern ein Doppelsteuerabkommen geschlossen. Diese Vereinbarung splittet das Besteuerrungsrecht. Die Inhalte im Wesentlichen sind:

 Keine Besteuerung einer Brutto-Gage i.H. von 250,00 € je Auftritt. Beträgt die Gage pro Darbietung mehr als 250,00 €, so fällt ein Satz von 15 % an. Darüber hinaus wird auf diese Steuerschuld der Solidaritätszuschlag i. H. von 5,5 % erhoben.

Reisekosten und Tagegelder fließen nicht in die Berechnungsgrundlage ein.

Die Steuerschuld muß vom Veranstalter einbehalten und abgeführt werden. 

Das Finanzamt hat keine Lust, dem Künstler als Steuerschuldner im Ausland hinterherzurennen und die Steuern einzutreiben. Daher ist der Veranstalter verpflichtet, den Steueranteil von der Gage einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Der Veranstalter muß dem Künstler eine Bescheinigung über die Abgeführten Steuern aushändigen. 

Keine Regel ohne Ausnahme: Freistellung beantragen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Veranstalter eine Befreiung der Besteuerung des Gage beantragen. Dies ist der Fall wenn:

- Ein Auftritt eines ausländischen Orchesters zu mindestens 1/3 mit öffentlichen Mitteln finanziert wird. Der Antrag ist beim Bundeszentralamt für Steuern (bzst) unter Angabe des zuständigen Finanzamtes zu stellen.